Dienstag, 17. Oktober 2017

Wo ich mir Ideen und Anregungen hole...

Ich probiere ja gerne neue Werkzeuge, Applikationen und Programme aus, um mir dann zu überlegen, welche methodischen Einsatzmöglichkeiten es gibt und welche Lehr- und Lernziele damit angegangen werden können. Das macht mir Spaß und wenn ich Neues finde, dann fühle ich mich ein wenig wie Sherlock Holmes. Also fast jedenfalls. Besonders hilfreich ist es aber, wenn man einen (oder mehrere) Dr. Watson an seiner Seite hat. Also das Helferlein im Hintergrund, das beim Suchen (und Finden) hilft.

Quelle: Pixabay (CC0)

Fünf meiner Favoriten

Twitter

Twitter ist zwar (noch) auf 140 Zeichen beschränkt, aber dennoch eine wahre Schatztruhe in Hinblick auf Tool-Empfehlungen, die Material-Verbreitung und gelebten Konnektivismus. #BayernEdu und die #EduPnx sind nur zwei lebendige Beispiele.

Lehrer-Online

Die Plattform Lehrer-Online (@lehrer_online) stellt jede Woche einen Newsletter zusammen und abgesehen von den jeweiligen Unterrichtsmaterialien, die hier gesammelt werden, sind für mich vor allem auch die Fundstücke der Woche immer sehr interessant. Hier drei relativ aktuelle Beispiele:

Teacher Training Videos

Diese von Russell Stannard (@russell1955) gepflegte Webseite Teacher Training Videos stellt kurze Videos zur Verfügung, die als Tutorials für unterschiedliche Tools gesehen werden können. Russell Stannard verrät dabei nicht nur Tipps und Tricks sondern erklärt die unterschiedlichen Tools auf ganz einfache Art und Weise.

Free Technology for Teachers

Diese von Richard Byrne (@rmbyrne) geführte Seite Free Technology for Teachers ist ein wahres Schmuckkästchen, denn Byrne bespricht aktuelle Tools, gibt Alternativen, nennt Vor- und Nachteile. Das alles auf sehr einfache und leicht verdauliche Art und Weise. Der Fokus liegt dabei auf unterschiedlichen Fächern.

Webinare

Kurze, knappe Webinare, wie die von Jürgen Wagner (@wagjuer) angebotenen Globinare oder die eLectures der Virtuellen Pädagogischen Hochschule (@virtuelleph), sind eine willkommene Abwechslung zur bloßen Lektüre im Netz. Hier kann man sich in einstündigen Veranstaltungen Tipps und Tricks aus der Praxis holen, sowohl als Anfänger/in als auch als Fortgeschrittene/r. Da ist für jede/n was dabei.

Und schließlich: Networking

Tagungen, Konferenzen, Workshops sind Orte, die nicht nur fachlichen Input bringen, sondern auch im Bereich des Networkings besonders wertvoll sind (oder umgekehrt). Die behandelten Themen sind meist vielfältig und bringen Neues ans Tageslicht. Als ganz frisches Beispiel die Pecha Kucha Präsentation von Barbara Geyer-Hayden (@barbarageha) im Zuge der eLearning Experts Conference Anfang Oktober in Eisenstadt: 20 Unterrichtswerkzeuge, die Sie noch nicht kennen




Ich wette, da ist auch für absolute Insider etwas Neues dabei! ;-)

Montag, 16. Oktober 2017

Raising the Bar - meine Nachlese

Am 14. September fand in Wien „Raising the Bar with Apple Technology“, eine Veranstaltung zum Thema „Everyone can code“ statt. Ohne eine Diskussion über das „richtige“ Betriebssystem oder den „richtigen“ Anbieter vom Zaun brechen zu wollen, hier ein paar Gedanken über die Veranstaltung.

Quelle: Pixabay (CC0)

Heterogenität

Auf der Veranstaltung hat sich gezeigt, wie unterschiedlich man an eine Produktpräsentation herangehen kann – sowohl auf Seiten der Vortragenden als auch der Zuhörenden. Wenn man als vortragende Person kein Feuer in sich trägt, dann tut sich auch ein – sicherlich intrinsisch motiviertes – Publikum schwer. Das hat man gemerkt. Einzelne Präsentationen waren erfrischend, einzelne weniger. So funktioniert auch Schule.

Überlegtheit

Ich weiß nicht, ob es das Wort so überhaupt gibt. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass bei Vorträgen Dinge gesagt werden, die man so nicht meint oder die man, wenn man den Vortrag noch mal hält, anders sagen würde. Ich kenne das ja auch von mir selbst. Aber wenn mir der Vortragende erklärt, dass das Werkzeug die Methode macht, dann – und jetzt auf gut Österreichisch – krieg ich alle Zustände. Ich überlege mir ein Lernziel (oder ein Lehrziel – besser aber, man denkt von den Lernenden aus) und sucht Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Das Medium ist dabei nicht frei zu wählen, das ist schon klar. Es hängt immer davon ab, was man in der Schule so zur Verfügung hat, was man selbst einsetzen kann und möchte. Aber „DAS Digitale“ ist nicht immer DIE erste und/oder beste Lösung, besonders wenn man an die heterogenen Strukturen in einem Klassenzimmer denkt.

Anspruch

Den von Apple benutzten Leitspruch „Raising the bar“ mag ich. Er erinnert an den letzten Neurodidaktik-Workshop, den ich besucht habe, und die darin formulierte Forderung, die Lerner/innen zunächst zu fordern und dann zu fördern. Ganz technikunabhängig stelle ich immer wieder fest, und das ist auch in den Hochschulen ähnlich, dass vielfach „nur“ nivelliert wird. Die weniger Guten werden an den Standard herangeführt, die Mittelklasse da gehalten, für die oberhalb Liegenden gibt es nicht selten wenig Aufmerksamkeit. Denkt man den Unterricht lernendenzentriert und misst man die Leistungen der Schüler/innen nicht am Klassenmittel sondern am jeweils individuellen Fortschritt, verlieren Noten ihre Vergleichbarkeit und die Lehrperson hat mehr Arbeit. Eine derartige individuelle Betreuung würde aber wirklich jede/n einzelne/n ins Zentrum stellen, mit den jeweils individuellen Wünschen, Interessen und Bedürfnissen.

Testing

Die anwesenden Lehrenden waren lange Zeit sehr ruhig und interessiert zuhörend. Als es dann zur Fragemöglichkeit kam, war die erste Frage das „Und wie kann ich das Über- bzw. Abprüfen?“. Eine kurze Diskussion über Multiple Choice-Möglichkeiten und deren Sinnhaftigkeit entbrannte. Ja, auch Multiple Choice kann sinnvoll sein. Ja, auch Multiple Choice hat eine Daseinsberechtigung. Aber von einem lernendenzentrierten Unterricht sind wir da weit entfernt. Wenn die Schüler/innen die Fragen gegenseitig ausarbeiten, dann würden wir uns den Lernenden annähern, das Setting bleibt jedoch ein eher künstliches. Auf einer Metaebene im Sinne des Ansatzes Lernen durch Lehren wären wir aber weiter als das behavioristisch gefärbte Wissensabfragen (wobei es da ja nicht mal um Wissen sondern eher um Gedächtnisleistung geht). Ich verweise noch mal auf Philippe Wampflers (@phwampfler) Beitrag zum Kahoot-Sog.

Everyone can code!

Ja, das hätt ich mir auch nicht gedacht, dass ich nach meiner Visual-Basic-Erfahrung anno 19xx noch mal zum Programmieren (hier mit Swift Playgrounds) komme ;-) Spaß beiseite: Jede/r kann programmieren. Jeder kann analytisch denken. Jeder kann eine Sprache analytisch lernen. Das ist zumindest mein persönliches Fazit, das ich in der nächsten Zeit auch ein wenig ausdehnen möchte. Inzwischen war ja auch die eLearning Experts Conference in Eisenstadt (Blogpost dazu folgt), auf der ich gemeinsam mit meinem Kollegen Gerald Geier (@elgerinio) einen Beitrag zum Thema Fremdsprache und Programmiersprache halten durfte. Meine Überlegungen dazu folgen also in einem ausführlichen Posting. Später ;-)

Fazit

Ich fand die Veranstaltung spannend und inspirierend zugleich. Nicht nur wegen des Austausches mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, sondern auch weil mir mal wieder gezeigt wurde, dass es a) zahlreiche wichtige Initiativen gibt, die sich mit dem Lernen und Lehren aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen und es b) nicht auf das Device oder die Firma dahinter ankommt. Egal ob Android oder iOS, wenn ich nicht weiß, was ich mit einem Device anfange, dann kann ich es auch nicht sinnvoll einsetzen. Und egal, welches Gerät ich habe, ich kann meinen methodischen Weg gehen, wahrscheinlich mit ein paar Einschränkungen (je nach Gerät, Version des Betriebssystems oder auch eigener Expertise). Und ja, es gibt auch noch c) den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, der viel stärker forciert gehört. So sehe ich, was andere machen und was anderen (nicht) gelingt. Das tut nicht nur mir selbst gut („Alle kochen nur mit Wasser.“), sondern zeigt auch neue Wege („Geht nicht, gibt’s nicht.“). Und das motiviert – zumindest mich – ungemein.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Alles neu auf Pixabay und Unsplash?

Quelle: Pixabay (CC0)

Ich weiß nicht, wem es schon aufgefallen ist, aber Pixabay und Unsplash bieten ihre Fotos nicht mehr unter einer CC0-Lizenz oder Public Domain an, sondern unter "eigenen Lizenzen". Bei Pixabay heißt diese Pixabay-Lizenz (Beispiel) und meint laut Lizenztext eigentlich CC0; bei Unsplash wird das Wort Creative Commons nicht mehr verwendet (Lizenztext).

Bei Pexels ist weiterhin die CC0-Lizenz im Hintergrund, wie der Lizenztext verrät.

Update


  • Die Änderung bei Pixabay stammt von gestern. Die Admins erklären auch lang und breit im Diskussionsforum, was es bedeutet.
  • Creative Commons hat zur Änderung bei Unsplash Stellung bezogen.

Zusammen ist man weniger allein…

Die Community hat entschieden. Das Thema der Bildungspunks im Juli lautet „Datenschutz, Copyright, Schulserver, TeacherTool & Co.: Arbeiten zwischen gesetzlichen Vorgaben und Schulrealität.“ Jetzt bin ich a) keine Lehrerin an einer Schule und b) keine Freundin von halben Lösungen. Mit meinem Beitrag hab ich deshalb gewartet, war unentschlossen. Ein paar Gedanken möchte ich dennoch loswerden.

Quelle: Pixabay (CC0)

Schon während meines Lehramtsstudiums wurde ich auf Datenschutz und Copyright hingewiesen. Wir hatten da einen – wirklich nur den einen – Lehrenden, der sich schon früh damit beschäftigte und uns für das Thema sensibilisierte, uns zur Vorsicht mahnte. Ich hatte ja auch im Bereich Journalismus eine Ausbildung hinter mir, Urheberrecht, Recht am eigenen Bild und Ähnliches waren mir nicht fremd. Blauäugig, wie viele andere auch, dachte ich aber, dass in Unterricht und Lehre andere Gesetze gelten, dass es hier Ausnahmen gäbe, dass man Materialien zum Zwecke von Unterricht und Lehre einsetzen dürfte, weil es ja um die Bildung geht. Doch weit gefehlt.

Auch lebten die Lehrenden in meinem Umfeld eine spezielle Auslegung von Urheberrecht und Co. Zu meiner Schulzeit wurden noch munter Matrizen (für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können, hier ein Beispiel) gezogen, Kopien gab es kaum. Im Studium gab es dafür eine regelrechte Kopieritis. Ich weiß noch, wie ich nach dem Studium die Kopien in einem kathartischen Feuer verbrannt habe. Ich hatte sie seit Jahren nicht angesehen, dachte aber immer, dass ich das eine oder andere sicherlich mal im Unterricht verwenden könnte. Bis ich von Paragraph 42 des österreichischen Urheberrechtsgesetzes gehört hatte. Und von Paragraph 78 UrhG. Meine liebsten zwei Paragraphen (Achtung: Sarkasmus!). Michael Lanzinger hat nicht zuletzt die 42 als Antwort auf alle Fragen ausgegraben (Per Anhalter durch die Galaxie – kennen wir doch oder?). Und manchmal scheint es mir, dass das Urheberrecht wohl wirklich das Recht ist, mit dem ich mich am meisten beschäftige.

Quelle: Pixabay (CC0)

Jedenfalls habe ich alle Materialien im Lehramtsstudium selbst erstellt und dabei peinlichst genau auf das Urheberrecht geachtet. Fehler sind natürlich dennoch zahlreiche passiert, viele der Materialien würde ich heute nicht mehr einsetzen. Und dabei hatte ich immer das Gefühl, alles alleine machen zu müssen. Kolleginnen und Kollegen wollten ihre Materialien – aus unterschiedlichen Gründen – nicht teilen. So musste ich immer alles selbst nachbasteln, zusammenstellen und ärgerte mich darüber sehr. Von der OER-Bewegung hatte ich damals noch nichts gehört. Umso dankbarer bin ich, Teil dieser Bewegung zu sein. Ich erstelle nach wie vor viele Materialien selbst, habe aber kein Problem damit, sie anderen weiterzugeben. Vielmehr freue ich mich über Feedback. Vier Augen sehen mehr als zwei. 40 Augen noch viel mehr – wer bekommt sonst eine kostenfreie Qualitätskontrolle in dem Ausmaß? Ich remixe aber auch gerne Materialien und gebe anderen Feedback. Es ist das Geben und Nehmen in der Community, das mich den Lehr- und Unterrichtsalltag meistern lässt. Auch wenn ich selbst erstelle, so weiß ich auch, wo ich gute Materialien finde.

Dazu kommen dann auch noch Facebook und Twitter als Infokanäle für mich. Klar, es handelt sich um ein Social Network und einen Microblog. Für mich sind die beiden aber das größte Kollegium und die größte Material- und Ressourcenbörse überhaupt. Wenn ich was suche, suche ich dort. Oder ich frage in Gruppen oder über Hashtags wie #OER#EduPnx oder #BayernEdu nach. So habe ich immer neue Ideen. Für Materialien oder auch Tools.

Und seit es die neue OER Suchmaschine, (für Android und iOS) die OER Licence-App der TU Graz und Tutory.de gibt, geht das OER-Produzieren auch ganz schnell. Und einfach. Es ist einfach komfortabel.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Raumkonzept neu <-> Fehlerkultur neu

Dieser Blogbeitrag versteht sich als Beitrag zur Beitragsparade der Bildungspunks, die im Juni das Thema Neue Raumkonzepte für Klassenzimmer trug. Da die Beitragsparaden ja keine zeitliche Beschränkung haben, es nur einen Start- aber keinen Endpunkt gibt, möchte ich zu diesem Thema auch noch etwas nachreichen. Ich habe mir Zeit gelassen, weil manche Ideen einfach reifen müssen.

Ich möchte mich aber nicht mit dem konkreten Klassenzimmer beschäftigen, sondern Raum ein wenig weiter sehen. Es geht mir um den abstrakten Raum „Fehlerkultur“ im konkreten Raum „Klassenzimmer“.

Quelle: Pixabay (CC0)


In den letzten Wochen und Monaten habe ich einen Umstand bemerkt oder bin mir einer Sache bewusst geworden, die mich irgendwie schockiert hat. Im Gespräch mit Studierenden, egal ob es „meine eigenen“ waren oder Studierende, die ich in meinem persönlichen Umfeld um mich habe, habe ich einige Dinge festgestellt, die ich jetzt, vielleicht ein wenig überspitzt, zusammenfassen möchte:

  1. Bulimie-Lernen scheint in Mode zu sein.
  2. Kreativität und eigene kritische Meinung scheinen aus der Mode zu sein.
  3. Praxisbezug scheint nebensächlich.
  4. Training-to-the-Test scheint hauptsächlich.
  5. Fehler sind grundsätzlich etwas Schlechtes.

Bulimie-Lernen scheint in Mode zu sein.

Vielleicht kommt es nur mir in letzter Zeit so vor, aber diese fünf Feststellungen begleiten mich jetzt doch schon einige Zeit. Die Studierenden gehen gerne den Weg des geringsten Widerstands, wenn es um Parallelgruppen geht. Man informiert sich über die Anforderungen. Man informiert sich vorab über die Lehrpersonen und nimmt die harmlosesten. Beim Lernen wird spekuliert, einzelne Kapitel werden ausgelassen, man riskiert. Ein Genügend genügt, die Mindeststudienzeit, der Zwang nach ausreichenden Punkten im ECTS und/oder Semesterwochenstunden treibt zu einem neuen zielgerichteten Studierenden. Zeit ist nicht nur Geld, sie regelt auch das Studium, die Studienbeihilfe, die Lebensplanung. Das ist nicht ganz neu, das gab es schon zu meiner Zeit, wenngleich nicht ganz so ausgeprägt. Ich komme eben aus der Vor-Bologna-Zeit, der Zeit der Bummelstudierenden. Irgendwie halt.

Quelle: Pixabay (CC0)

Kreativität und eigene kritische Meinung scheinen aus der Mode zu sein.

Dennoch kommt mir vor, dass es zurzeit verstärkt so ist, dass die Lerner/innen auf den Test, die Klausur hinlernen, dabei aber nur das Kurzzeitgedächtnis füllen, bei der Prüfung alles aus sich herausschreiben und dann alles vergessen. Das hat nichts mit digitaler Demenz zu tun, sondern mit der Art, wie Prüfungen gestaltet sind. Wieso sollte ich mir eine eigene Meinung bilden, wenn es ausreicht, dass ich bei den richtigen Antworten ein Häkchen setze? Wieso sollte ich den Stoff hinterfragen, wenn es nicht gewürdigt wird? Das ist wie in der Schule, wo Hausübungen gegeben werden, die aber nicht kontrolliert werden, oder mit Feedback versehen werden. Wenn es keine Wertschätzung gibt, keine Kontrolle, keine Antwort, stellt man sich die Frage, wieso man es überhaupt macht. Das ist kein „SchülerInnen-Leiden“, sondern eine Gewohnheit der Menschen. Denken wir mal dran, wie gerne wir eine Arbeit machen, auf die wir keine Reaktion bekommen….

Quelle: Pixabay (CC0)

Und auch kreative Wege sind oftmals eher unerwünscht. Provokativ sage ich: Ja, denn kreative wie auch eigene kritische Lösungen lassen sich viel schwerer korrigieren und evaluieren. Vielleicht gibt es andere Hintergründe. Wenn man aber hört, dass man einen Freitext (Essay) zugunsten eines Multiple Choice-Quiz aufgibt, weil das Korrigieren so aufwendig ist, dann sollte das zu denken geben.

Praxisbezug scheint nebensächlich.


Dazu kommt, dass im Unterricht Werkzeuge eingesetzt werden, die in der Praxis kaum Anwendung finden. Man folgt einzelnen Anbietern, die man abonniert hat, man behält Schulbücher bei, die veraltet sind, nur weil man die Begleitmaterialien hat. Man lässt Übungen ausführen, die man seit gefühlten 100 Jahren so gemacht hat. Eigene Wege, ob bei technisch-mathematischen Konstruktionen oder den ersten Unterrichtsversuchen, werden nicht goutiert. Ist das der richtige Weg? Wenn Studierende am Ende des Bachelors Angst davor haben, eine Unterrichtseinheit zu gestalten, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen? Wenn Sie vor einer Präsentation im Kreise ihrer Kolleginnen und Kollegen Angst haben, weil sie Fehler machen könnten? Sind wir dann am richtigen Weg?

Quelle: Pixabay (CC0)

Training-to-the-Test scheint hauptsächlich.


In vielen Studiengängen, aber auch in Hinblick auf die Zentralmatura, werden Formate trainiert. Training to the test ist das neue Schlagwort. Doch wo bringt es uns hin? Die Lerner/innen und Studierenden schließen ab, sind in einem Format besonders gut, aber wenn es darum geht, auf Ausnahmen zu reagieren, werden sie panisch, denn Flexibilität haben sie verlernt. Der eigene Weg wurde ihnen abtrainiert. Die Formate stehen im Vordergrund. Vielfach konsumieren sie den Inhalt und spucken ihn unverdaut und vor allem unreflektiert wieder aus. Bulimie-Lernen und Training-to-the-Test sind in Kombination wirklich nicht anzustreben.

Quelle: Pixabay (CC0)

Fehler sind grundsätzlich etwas Schlechtes.


All diese Punkte münden in etwas, das ich eine falsche Fehlerkultur nenne. Wenn Lernende schon Profis wären, dann müssten sie nicht lernen. Sie sind aber zum Lernen da. Und wir als Lehrperson bringen nichts bei, sondern zeigen Wege und Möglichkeiten auf. Wir geben Feedback, melden rück, helfen aus. Fehler sind dabei Zeichen für eine Entwicklung oder auch für einen Stillstand. Niemand von uns ist perfekt. Ich bin als Sprachlehrerin weder in der Fremdsprache, noch in meiner Muttersprache perfekt. Wieso sollten meine Schüler/innen perfekte Sätze sprechen, wenn ich in der Muttersprache auch Fehler mache? Geht es nicht darum, Kommunikationsstrategien zu haben, diese zu erlernen, auszuprägen?

Ein neuer Lernraum.


Das ist ein Lernraum, den ich mir wünsche. Die Schüler/innen und Lernenden lernen in einem geschützten Raum, dürfen experimentieren, dürfen üben und vor allem Fehler machen. Dabei bekommen sie Feedback, Hilfestellungen, profitieren von meiner Erfahrung (als Lehrperson und den Erfahrungen von Expertinnen und Experten, Kolleginnen und Kollegen. Und sie lernen mit unterschiedlichem Input umzugehen, diesen zu bewerten, zu analysieren, zu verarbeiten und vielleicht zu verinnerlichen. Sie bleiben dabei kritisch, auch den Lehrenden gegenüber, die ihren Status als Wissensvermittelnde aufgeben müssen/sollten/dürfen. Es geht doch darum, Dinge zu erleben, auszuprobieren und nicht nur theoretisch wiederzugeben. Zumindest in den Sprachen, aber auch in der Ausbildung zum Lehrer und zur Lehrerin. Die Grenzen des Lernraumes stecken wir uns dabei nur selbst. Wir lernen immer, überall. Aus jeder Begegnung. Aus jedem Gespräch. Wir lernen informell. Wir lernen in unterschiedlichen Lernräumen. Alleine und mit anderen. Das macht unser Lernen aus. Das macht uns aus. Wir machen Fehler. Wir sollten aus ihnen lernen können und keine Angst vor ihnen haben müssen.

(M)ein Fazit.

Lernen ist ein Prozess. Lernen ist dynamisch. Es zählt nicht nur das Endprodukt, sondern auch der Weg, der uns zum Produkt führt. Ich denke, das haben wir irgendwie (und aus welchen Gründen auch immer) aus den Augen verloren. Wir brauchen eine neue Fehlerkultur, in der Wertschätzung für Flexibilität, Kreativität und eigene Wege zählen. Was bewerten wir eigentlich - die Performanz oder die Kompetenz? Wenn wir Kompetenzen bewerten, wie bewerten wir sie? Wie kann man in der Beurteilung von Kreativität und kritischer Herangehensweise objektiv bleiben? Sind wir jemals objektiv?

Mittwoch, 14. Juni 2017

Sprechende Namen mit Struktur

Dieser Blogpost sieht sich als Beitrag zur Blogparade der Bildungspunks, genauer der Ausgabe April 2017. Als Thema galt es zu beantworten: Daten-Ablage: im Internet, auf USB, Evernote & Co, sonst wo? Was bringt welche Vorteile!?

Quelle: Bildungspunks.de

Ich bin ein seltsamer Daten-Ablage-Mensch mit Macken, der sich für kein System entscheiden kann. Oder vielleicht doch für ein System... Das schicke ich vorweg. Ich habe (m)ein System, das aber, wahrscheinlich, niemand außer mir durchblickt. Ich arbeite mit ganz unterschiedlichen Applikationen, was meiner gespaltenen Persönlichkeit quasi zu verdanken ist.

Quelle: Pixabay (CC0)

Im Büro: ein App-Salat

In der Arbeit verwenden wir Evernote für Besprechungsaufzeichnungen und allgemeine Notizen und Hinweise. Zur Literaturverwaltung sind wir vor kurzem auf Zotero umgestiegen. In unterschiedlichen Projekten verwenden wir zusätzlich Google Drive und Dropbox, sowie im internen Bereich Sharepoint und ein gemeinsames Transferlaufwerk. Hier den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Gerade für Außenstehende ist die Logik wahrscheinlich allenfalls latent vorhanden. Wenn man damit arbeitet, bekommt man ein Gefühl, wo man was ablegen soll/muss/möchte.

Quelle: Pixabay (CC0)

Im Verein: Dropbox über alles

Im Musikverein sind wir vor geraumer Zeit auf die Dropbox für Durchlauf-Dokumente und eine externe Festplatte zur Datensicherung umgestiegen. Das funktioniert sehr gut, denn alle Vorstandsmitglieder haben Zugriff auf die für sie relevanten Dokumente, Listen und Fotos. Und zwar immer in der aktuellen Version.

Quelle: Pixabay (CC0)

Im Privaten: Viel digital

Privat nutze ich... nun... wo fange ich an? Ich mach es mal systematisch, oder versuche es jedenfalls:

  • Zotero: Ich nutze Zotero zur Literaturverwaltung schon seit einer gefühlten Ewigkeit und bin damit sehr glücklich. Gemeinsam können Ordner bespielt werden, die Suche funktioniert im Volltext, Bibliographien können automatisch erstellt/ generiert werden. Das ist eine enorme Erleichterung. 
  • Scoop.it: Interessante Links, die ich im Web finde, die ich nur kuratieren will, die aber nicht im strengen Sinne Literatur sind, lege ich auf Scoop.it ab. Dort habe ich fünf thematische Boards angelegt, die mir das Sammeln, Suchen und Finden erleichtern.
  • Dropbox: Die Dropbox ist mein absolutes Lieblingssystem. Ob ich private Dokumente sortieren und ablegen möchte, oder auch solche, die ich für Vortragstätigkeiten benötige, alles findet sich bei mir auf der Dropbox. Hier habe ich ein mehrstufiges Ordnersystem, das beispielsweise folgenderweise aussehen kann: Institution > Kurs > Jahr > Semester > Gruppe > Inhalt Ich mag diese tiefen Ordnerstrukturen. Ich hab mich dran gewöhnt. Besonders gerne mag ich diese granularen Strukturen, weil ich einzelne Ordner per Mausklick anderen Personen zur Verfügung stellen kann, was die Zusammenarbeit seamless macht.
  • OneDrive & GoogleDrive: Neben der Dropbox nutze ich auch OneDrive und GoogleDrive sehr gerne, und zwar wenn es darum geht, Dokumente anzulegen, die von mehreren Menschen bearbeitet werden oder die beispielsweise während eines Workshops auch ergänzt werden sollen. Ob ich die Version von Google oder von Microsoft ist, das entscheide ich spontan. Hier sind also vor allem meine Workshop-Materialien zu finden, die ja auch unter einer CC-Lizenz stehen. Durch die Offenheit des Formats wird die Offenheit der Open Educational Resources unterstrichen. 
  • Blogger: Meine Gedanken für Blogposts lege ich direkt in Blogger an und zwar als Post-Entwürfe. Hier sammle ich Links, Ideen und Bilder, die ich dann gegebenenfalls in einen Post umwandle oder auch lösche.

Meine Anforderungen für ein passendes System

Quelle: Pixabay (CC0)

  • Die Materialien müssen device-unabhängig verfügbar sein. Ich brauche sie sowohl am Laptop, als auch am Tablet, als auch am Smartphone. Eine Ausnahme ist Zotero, da ich Artikel und Ähnliches eher am Laptop schreibe. 
  • Die Anwendungen müssen (zumindest in einer Basisversion) kostenfrei zur Verfügung stehen. Ich nutze die Dienste jeweils in ihrer kostenfreien Version, wobei ich durchaus bereit wäre für, beispielsweise mehr Speicherplatz, zu bezahlen.
  • Die Anwendungen sollten so ausgelegt sein, dass auch ein kollaboratives Arbeiten möglich ist. Ich mag das Team-Teaching, schreibe gerne gemeinsam an Artikeln, liebe es, mit anderen gemeinsam Ideen zu sammeln, zu teilen und zu verwalten.
  • Die Anwendungen müssen intuitiv in der Verwendung sein. Ich mag mich nicht kompliziert in Systeme oder Anwendungen einlesen oder einarbeiten. Ich möchte mit der Arbeit beginnen und beim Arbeiten über das System dazulernen.

Mein Backup: Analog-Digital

  • Festplatte: Alle Dateien sind zusätzlich auf zwei externen Festplatten gespeichert. 
  • USB-Stick; Wenn ich unterrichte oder Vorträge halte, habe ich den jeweiligen Unterordner (siehe Dropbox-Ordnerstruktur) immer auch auf einem USB-Stick mit, den ich sofort nach der Veranstaltung wieder lösche. Er heißt folglich auch: Plan Backup.
  • Buchkalender: Alle meine Termine trage ich in unterschiedlichen Farben auch in einen Buchkalender ein, in den ich auch meine ToDos notiere. Ich mag das Handschriftliche, kritzle auch (Blumen und Ähnliches) dazu.  Das hat etwas Kontemplatives. Nur mit dem Wiederfinden ist es da dann nicht immer so leicht.

Meine Macke

Quelle: Pixabay (CC0)

Meine Macke ist bereits im Blogtitel versteckt. Meine Ordner haben nicht nur eine klare, tiefe Struktur. Die Dateien haben eine klare Bezeichnung: Institution > Jahr (bzw. an Hochschulen Semester) > LV-Kurztitel > Stichwort Diese Bezeichnung fordere ich auch von meinen Studierenden in ihren Arbeiten ein.

Ein Beispiel gefällig? KFU_SoSe17_VU_FD_Block_1_Praesentation steht für eine Lehrveranstaltung, genauer eine Vorlesung/Übung (VU) aus dem Bereich Fachdidaktik (FD) an der Karl-Franzens-Universität Graz (KFU), gehalten im Sommersemester 2017 (SoSe17). In den Bezeichnungen verzichte ich dabei auf Leerzeichen ebenso wie auf Umlaute. Das macht das Sortieren und vor allem die Suche sehr viel einfacher als im Analogen Mappen-Chaos, weshalb ich meine Mappen auch so gut wie aufgegeben habe.

Das ist mein System, das sich auch auf allen geteilten Laufwerken wiederfindet, ob auf Dropbox, OneDrive oder GoogleDrive, meinem Laptop oder wo auch immer. Diese Benennung ist der Kern meines Systems.

Montag, 10. April 2017

Gastbeitrag Oliver Leersch: Social Media

Der Begriff „Fake News“ wurde in letzter Zeit durch politische Wahlkämpfe geprägt. Seit dem Aufkommen der Social-Media mit dessen einhergehenden weltweiten Vernetzung von Usern, ist das Verbreiten von falschen oder unwahren Nachrichten leichter wie nie zuvor. Dennoch ist zwischen mutmaßlich falschen verbreiteten Nachrichten und einfach nur fehlerhaft erstellten Nachrichten zu unterscheiden. Erstere werden meist zum Kundenfang, durch zum Beispiel Clickbaits, oder von politischen Lagern zur Stimmungsmache verbreitet. Ziel ist dabei das gezielte Desinformieren oder die persönliche Bereicherung. Fehlerhafte Übersetzungen oder Tippfehler können zur zweiten Art der „Fake News“, den fehlerhaften News, führen. Diese unterscheiden sich von den mutmaßlich falsch verbreiteten Nachrichten durch ihre fehlende Intention, wissentlich falsche Information zu verbreiten, und können im Journalistischen Alltag immer wieder passieren. (derstandard.at)

Folgende zehn Strategien, die zum Teil aus folgendem Artikel von derstandard.at stammen, sollen dabei helfen, falsche oder unwahre Informationen zu erkennen:

Reißerische Titel

Ist ein Titel einer Story besonders reißerisch aufgemacht, so sollten die ersten Alarmglocken schrillen. Titel wie zum Beispiel „Ein Komet rast auf die Erde zu!“ oder „KREBS-ANGST!“ können ein erstes Anzeichen für einen, auf den Titel folgenden, nicht besonders gut recherchierten Artikel sein. Durch solche Titel sollen Emotionen geschürt und Leute zum Lesen animiert werden. Dabei spielt auch immer der Umgang mit den persönlichen ureigenen Ängsten eine zentrale Rolle. Daher merke: Reißerische Titel hinterfragen.

Fehlende Quellenangaben

Der nächste Punkt um unwahre Informationen zu erkennen, liegt in den fehlenden Quellenangaben zu behaupteten Fakten. Werden in einem Artikel Fakten dargebracht, so ist es in der journalistischen Arbeitsweise Usus, dass die Quellen zu diesen Fakten angegeben werden. Fehlt die Quellenangabe so kann dies darauf geschlossen werden, dass sich der Autor die Zahl ausgedacht oder falsch interpretiert hat. So kann dann aus einem Familienstreit eine weitumspannende Familienfehde mit Hunderten involvierten Mitgliedern werden oder aus dem Verlust einer Geldbörse wird ein Bankraub mit Geiselnahme.

Fragwürdige Quellen

Quellen sind nicht gleich Quellen. Ein Tweet einer Person ist noch keine verlässliche Quelle für stichhaltige Hintergrundinformationen. Auch ein Post auf Facebook, und sei es auch der eines Politikers, ist ebenso keine gute Quelle für Informationen. Nachrichtenportale, die in akribischer Kleinstarbeit Informationen sichten, wie zum Beispiel die Austria Presse Agentur APA oder wissenschaftliche Publikationen stellen eher vertrauenswürdige Quellen dar. Generell gilt, Quellen immer zu hinterfragen. Gute Quellen halten dabei jeglicher Prüfung stand, wohingegen fragwürdige Quellen meist bereits bei der ersten kritischen Betrachtung in sich selbst zusammenfallen.

Verschwörungstheorien

Werden Verschwörungstheorien als Wahrheiten dargebracht, so lässt dies auf nicht allzu seriösen Journalismus schließen. Nachrichten wie „Wir waren NIE auf dem Mond!“, „Die Erde ist flach! Hier die ganze Wahrheit!“ oder „Die Echsenmenschen sind unter uns! Rette sich wer kann!“ können meist schon innerhalb kürzester Zeit als falsch enttarnt werden. Verstecken sich die Verschwörungstheorien aber im laufenden Text eines Artikels, so kann es mitunter schwer werden, diese als solches umgehend zu erkennen. Hier ist es besonders wichtig, dubiose Fakten zu hinterfragen und gegebenenfalls den eigenen Verstand zu aktivieren. Verschwörungstheorien sind dabei meist so fantastisch, dass nur eine kurze Denkpause von Nöten ist, um diese zu entlarven.

Emotionale Sprache

Ist der Artikel in einer emotionalen und aufgebrachten Sprache verfasst, so lässt dies auf einen persönlichen Bezug des Verfassers zum Beitrag schließen. Dieser persönliche Bezug des Autors verhindert aber eine objektive Berichterstattung. Da diese objektive Betrachtung jedoch essentiell für einen guten journalistischen Beitrag ist, kann eine zu emotionale Sprache als Ausschlusskriterium herangezogen werden.

Rückführende Bildersuche

Auf images.google.com lässt sich durch Angabe der URL des Bildes umgehend feststellen, ob das in der Nachricht verwendete Bild, schon früher einmal verwendet wurde. Des Weiteren lässt sich dadurch auch feststellen, ob das Originalbild verändert wurde. So lassen sich manipulierte oder fälschlich verwendete Bilder im Handumdrehen enttarnen. Verwendet eine Nachricht gefälschte, oder in einem anderen Kontext stehende, Bilder, so kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine vorsätzlich falsche Nachricht handelt, deren Informationsgehalt keiner Beachtung würdig ist.

Suchportale zu Falschmeldungen

Im Internet gibt es eine Reihe von Suchportalen zu Falschmeldungen. Unter http://hoaxmap.org/ findet man eine große Anzahl an Falschmeldungen zum Thema Flüchtlinge. Unter http://hoaxsearch.com/ kann man nach Falschmeldungen suchen und das Portal http://www.mimikama.at/ beschäftigt sich ausgedehnt mit Fehlinformationen. Aber auch hier gilt der Grundsatz der Skepsis, denn auch hinter diesen Portalen stehen Menschen, die Fehler machen können oder eigenen Interessen gegebenenfalls vertreten.

Youtube Data Viewer

Mit Hilfe des Youtube Data Viewer, den man unter https://www.amnestyusa.org/sites/default/custom-scripts/citizenevidence/ aufrufen kann, lassen sich die Metadaten eines Youtube Videos einsehen. So kann man zum Beispiel sehr schnell erkennen, wann ein Video hinaufgeladen wurde. Heißt dann ein Video zum Beispiel „Unglaublicher Flugzeugcrash in Graz am 7.1.2017“ und der Youtube Data Viewer ergibt einen Originalupload am 13.5.2015, so ist die Falschmeldung enttarnt. Des Weiteren lassen sich mit diesem Tool Thumbnails aus dem Video abrufen, mit denen man durch die rückführende Bildersuche die Echtheit des Videos zusätzlich überprüfen kann.

Hilfreiche Tools

Unter http://verificationjunkie.com/ findet man hilfreiche Tools, die das Enttarnen von Falschmeldungen erleichtern sollen. Diese kleinen Hilfsprogramme können eine Erleichterung darstellen, geben aber keine hundertprozentige Sicherheit, dass eine News nicht doch falsch ist. Deshalb kommt jetzt noch der wichtigste Punkt.

Immer skeptisch sein

Wer immer skeptisch ist und mit beiden offenen Augen umsichtig durch die Welt geht, der ist am besten vor Falschmeldungen gefeit. Es sollte immer jede, auch wenn sie noch so offensichtlich ist, Tatsache hinterfragt und auf deren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Dies gelingt am Einfachsten, wenn man immer skeptisch bleibt, da dieser Skeptizismus auch direkt ein Hinterfragen miteinschließt. Gerade gutgläubige Personen lassen sich viel zu oft von sogenannten Fake News beeinflussen, da dies auch meist den einfacheren Weg darstellt. Wer sich aber nicht hinters Licht führen lassen will, der sollte sich immer eine gesunde Portion Skeptizismus aufbewahren.